Die Zukunft des Büros:
­6 wichtige Er­kenntnisse

Das vergangene Jahr hat die Vorstellung von Arbeit in vielerlei Hinsicht für alle von uns verändert. Über mehrere Monate im Homeoffice sitzend haben wir wertvolle Einblicke in unsere Arbeitsweisen gesammelt, die uns helfen werden, Arbeitsumgebungen in Zukunft unseren Bedürfnissen gerecht zu gestalten.

Lesen Sie hier die aus unserer Sicht wichtigsten Erkenntnisse der letzten Monate:

1. Es gibt keinen Weg zurück

Das digitale Zeitalter hat es Firmen ermöglicht, virtuell zu arbeiten – aber erst die Corona-Pandemie hat uns dazu gezwungen, die Digitalisierung tatsächlich anzunehmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat uns die Pandemie hinsichtlich „Remote-Arbeit“ (Arbeit außerhalb des Firmenbüros) einen Fortschritt gebracht, der andernfalls Jahre gedauert hätte.

Es ist offensichtlich, dass es keinen Weg zurück gibt. Doch was bedeutet das für die Zukunft des Büros?

Während Unternehmen beginnen ihre Büroräume wieder zu öffnen, gilt es nun zu evaluieren, was die Zukunft bringt. Experten zufolge ist es wichtiger denn je das „Warum“ von Büroräumlichkeiten zu definieren. Auch die bewusste Entscheidung der Mitarbeiter*innen, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren, darf nicht unterschätzt werden.

2. Homeoffice wird bleiben

Die Zufriedenheit mit Remote-Arbeit variiert nach Situation. Während wir alle die Vorteile des Homeoffice zu schätzen gelernt haben (keine Arbeitswege, der Komfort von zu Hause, etc.), zeigen Studien, dass in der Praxis nicht alle davon profitieren.
Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Alter – beeinflusst das Gehalt, die Seniorität und das intrapersonelle Netzwerk des Mitarbeiters (abhängig davon, wie lange das Angestelltenverhältnis schon dauert)
  • Wohnort – beeinflusst die Höhe der Lebenserhaltungs- und Wohnkosten für den Mitarbeiter (städtische vs. vorstädtische Gebiete)
  • Lebenssituation – erfordert unterschiedliche Wohnsituationen für den Einzelnen, von alleine wohnend, bis hin zu mit kleinen Kindern
  • Unternehmens- und Landeskultur – beeinflussen das Maß an Arbeitsflexibilität und die Auffassung von „Sichtbarkeit“ in der jeweiligen Kultur
  • Tätigkeitsbereich – beeinflusst das Ausmaß individueller Arbeit und/oder Zusammenarbeit im Team

3. Die richtige Arbeitsumgebung für die richtige Tätigkeit

Dieser Logik folgt das moderne Konzept des sogenannten „Activity Based Working“ (zu Deutsch: tätigkeitsbasiertes Arbeiten), bei dem Mitarbeiter ihren Arbeitsort je nach Art der Tätigkeit variieren können.
Dabei stehen prinzipiell die 3 folgenden Orte zur Auswahl:

  • Büro: Das Epizentrum für persönliche Begegnung, Zusammenarbeit, Kreativität und Kultur mit Zugang zu physischen Materialien und Ressourcen
  • Zuhause: Ein komfortabler Ort für konzentrierte Einzelarbeit, Recherche, Telefonate und virtuelle Meetings
  • Dritte Orte: Flexible, temporäre Optionen in unterschiedlichen Umgebungen, die eine Pause von den Ablenkungen des Büros oder Zuhause erlauben 

Natürlich gibt es keine vorgeschriebene Ordnung oder Reihenfolge in der Nutzung dieser Orte. Jedes Unternehmen wird für sich und seine Mitarbeiter*innen die richtige Balance finden müssen.

4. Ins Büro gehen, nicht in die Arbeit

Die neue Normalität erfordert ein tiefgründiges Verständnis der vorherrschenden und künftigen Geisteshaltung der Erwerbsbevölkerung. Geschäftsführer, Immobilienentwickler, Raumgestalter und Hersteller müssen bereit sein, Lebens- und Arbeitswelten rasch adaptieren zu können. Es wird Orte brauchen, an denen sich Menschen gerne treffen, arbeiten und Zeit verbringen, denn Arbeitnehmer werden von ihren Büros in Zukunft mehr erwarten als je zuvor.

Es ist offensichtlich, dass die Pandemie einen Paradigmenwechseln in der Gestaltung von Arbeitsplätzen hervorgebracht hat und dass die Rolle von Büroräumen zweckmäßiger und bedeutsamer wird als je zuvor. Das vergangene Jahr hat Firmen und Angestellten gezeigt, was außerhalb des Firmenbüros gut funktioniert und wofür es doch besser ein Büro benötigt. Unternehmen werden Platz schaffen müssen für den glücklichen Zufall – es wird Raum und Zeit benötigt für das Unerwartete, für zufällige Begegnungen und für Momente, die Kreativität fördern.

5. Unternehmen benötigen einen Paradigmenwechsel

Während viele Leute sich auf die Rückkehr ins Büro freuen, erwartet sich der Großteil in Zukunft ein gewisses Level an Flexibilität. Studien zeigen, dass Büroräume, die ein hohes Maß an Flexibilität und Gemeinschaftsgefühl fördern, die Mitarbeiter*innen dazu animieren, mehr als drei Tage die Woche ins Büro zurückzukehren.

Herausragend konzipierte Büroräume werden somit ein anziehender Faktor für talentierte Mitarbeiter*innen sein und das Arbeitserlebnis positiv beeinflussen. Wie kreiert man also eine Umgebung, in die die Angestellten gerne zurückkommen?

Es braucht ganzheitliche Konzepte vor allem für jene Dinge, die im Büro besser funktionieren, wie etwa kreative Prozesse im Team, informelle Kommunikation, spontane Meetings, sowie das Gefühl, Teil von etwas zu sein. Positive Erlebnisse werden besonders ausschlaggebend sein, um die Belegschaft wieder ins Büro zu locken.

Außerdem wird von zukunftsorientierten Büros in Zukunft immer mehr erwartet werden, dass sie die Fähigkeit besitzen, die Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Gesundheit gleichermaßen zu fördern – und zwar durch sogenannte „cognitive work environments“ (zu Deutsch: kognitives Arbeitsumfeld).

Intelligente Arbeitsplätze werden – in nicht allzu ferner Zukunft – das Bedürfnis nach Konzentration erkennen können, das Smartphone lautlos stellen und die Temperatur sowie die Beleuchtung an den persönlichen Biorhythmus anpassen. Mit anderen Worten: In einem kognitiven Arbeitsumfeld würde jeder Arbeitsplatz die Nutzer*innen erkennen und sich optimal an deren Bedürfnisse und Tätigkeiten anpassen.

6. Wohlbefinden ist kein Luxus mehr

Durch die Arbeit im Homeoffice haben viele von uns erkannt, welche Konsequenzen der Verzicht auf beinahe alle persönlichen sozialen Interaktionen innerhalb des Unternehmens mit sich bringt. Unternehmen sollten sich Zeit nehmen, um zu beurteilen, welche Auswirkung das auf die Stimmung, die Kultur, die Produktivität und die Arbeitsqualität hat. Für Angestellte, die allein wohnen, kann soziale Isolation sogar schädlich für die mentale Gesundheit sein.

Strategien für die Stärkung der psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Mitarbeiter sind gefragt, um Stresssymptomen und Burnouts vorzubeugen. Auch hier können gut konzipierte Arbeitsumgebungen einen positiven Beitrag leisten, und es wurden bereits Standards bzw. Zertifizierungen entwickelt, die sich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Gebäudenutzern beziehen.

Auch Pflanzen begünstigen das Wohlbefinden, die Luftqualität und können dabei helfen, die Heizkosten zu reduzieren. Außerdem sind die Menschen vermehrt darauf bedacht, wo ein Produkt hergestellt wurde, von wem es hergestellt wurde und woraus es gemacht ist. Nachhaltiges Verhalten wird sich künftig noch stärker vom persönlichen Leben auf den Arbeitsplatz übertragen.