Empathie
am Arbeitsplatz

Was ist Empathie, wenn nicht einfach Mitgefühl?

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Empathie – ein Konzept das viele Menschen beschäftigt. Einerseits heißt es zu viel Empathie hält davon ab profitabel und erfolgreich zu sein, anderseits sei es genau das notwendige Puzzlestück, um Mitarbeiter zu halten und ein Geschäft erfolgreich zu machen.

So umstritten Empathie auch ist, Fakt ist, dass heutzutage mehr und mehr erfolgreiche Leader diesen Soft-Skill schätzen und auch in ihrem Arbeitsalltag verwenden. Bevor wir nun darauf eingehen, warum mehr und mehr Wertschätzung in der Arbeitswelt für Empathie besteht, muss zuerst geklärt werden, was genau hinter dem Begriff steckt.

Was ist Empathie, wenn nicht einfach Mitgefühl?
Ganz so einfach ist es dann auch nicht. Mitgefühl ist gleichzusetzen mit Sympathie. Es gibt hier aber immer noch einen Unterschied zur tatsächlichen Empathie, die noch einen Schritt weitergeht. Der Unterschied hier liegt darin das wir bei Sympathie mit jemandem Mitleid haben. Hier fehlt allerdings das generelle Verständnis wie es ist in der Situation des anderen zu sein. Wenn wir empathisch sind besitzen wir dieses hingegen.

In den Schuhen von jemand anderem gehen – wie häufig haben wir das schon gehört? Genau damit ist gemeint empathisch zu sein. Wir können uns vorstellen, wie es der anderen Person in dieser Situation geht, was sie fühlt und erlebt. Man nimmt die Sicht des anderen wahr und kann dessen Meinungen und Gedanken nachvollziehen. Das klingt nun fürs Erste recht nett, allerdings bleibt hier immer noch die Frage offen, warum gerade Empathie am Arbeitsplatz förderlich ist, und nicht hinderlich.

Erfolgreiche Führungskräfte haben Empathie
Erfolg ist essenziel für jedes Unternehmen und beginnt mit seinen Mitarbeitern und im Zuge dessen mit seinen Führungskräften. Mehr und mehr Wert wird darauf gelegt Mitarbeiter zu finden, die das Unternehmen vorantreiben und diese auch zu halten. Kein Wunder, denn unpassende Führungskräfte sind teuer und kosten vielen Unternehmen Millionen pro Jahr, sowohl direkt als auch indirekt.

Empathische Führungskräfte sind deshalb zu einem wichtigen Baustein für den Erfolg eines Unternehmens geworden. Sie haben bessere Interaktionen mit ihren Mitarbeitern, die effizienter sind und bessere Ergebnisse liefern. Dadurch bauen sie nicht nur authentischere Beziehungen auf, sondern steigern auch die Performance.

Das Ergebnis – zufriedene Mitarbeiter die produktiver sind und länger im Unternehmen bleiben. Führungskräfte und Unternehmen die Empathie in ihrem Arbeitsumfeld fördern, sind dadurch erfolgreicher als ihre Konkurrenz geworden. Diverse Studien belegen, dass empathische Verhaltensweisen von Führungskräften sich nicht nur positiv auf ihre Mitarbeiter auswirken, sondern auch auf die Sichtweise der direkten Vorgesetzen. Häufig werden sie als die besseren Performer von ihren Vorgesetzen gesehen und geht somit Hand in Hand mit den positiven Effekten die Empathie auf die Mitarbeiter hat.

Die Arbeitswelt verändert sich und damit auch die Art und Weise Mitarbeiter zu führen. Mitarbeiter verlangen mehr und mehr Verständnis von ihrer Führungskraft. Sie möchten gefördert werden und sich verstanden fühlen. Der Leader von heute muss dementsprechend agieren können. Einfacher gesagt als getan. Empathie ist für viele immer noch eine Fähigkeit, die man hat oder eben nicht. Dabei vergisst man aber gerne – eine Fähigkeit kann erlernt werden.

Empathie ist erlernbar
Egal wie alt man ist, woher man kommt, oder wie viel Empathie man bereits besitzt oder nicht. Es ist eine Fähigkeit wie jede andere die erlernt werden kann. Unternehmen können dazu beitragen und ihre Mitarbeiter dabei fördern empathischer zu agieren. Wie heißt es so schön – man muss mit gutem Beispiel vorangehen. Der Leader von heute ist das Vorbild, das voranschreitet und anderen zeigt, wie es geht. Die meisten Techniken zur Förderung von Empathie sind glücklicherweise häufig sehr simple. Wie immer gilt aber – Übung macht den Meister und gut Ding braucht Weile. Erfolg braucht seine Zeit, überhaupt wenn es darum geht, langfristig Veränderung zu bewirken. Disziplin und Geduld sind die Eckpfeiler, um neue Angewohnheiten zu erlernen und in seinen Alltag einzupflegen.

Wie erlerne ich nun Empathie?

Empathie ist kein Tabu Thema
Manchmal kann es so einfach sein, als über die Dinge zu sprechen.Man muss seinen Führungskräften mitgeben, dass Empathie gleichwertig ist, wie jede andere Metrik nach der gemessen wird.Sich Zeit zu nehmen und seinen Mitarbeitern Aufmerksamkeit zu schenken, fördert Empathie, was wiederum die Performance steigert.Über Feedback und diverse Benchmarks kann auch Empathie messbar sein und so weiterentwickelt werden.

Verschiedene Perspektiven führen zum Erfolg
Manager und Leader, die die Perspektiven ihrer Mitarbeiter sehen und verstehen können, sorgen nicht nur ein besseres Miteinander, sondern entwickeln auch ihre Lösungsansätze weiter.Verschiedene Sichtweisen ermöglichen mehr Flexibilität und mehr Erfahrungswerte, die bei der richtigen Lösungsfindung bessere Ergebnisse erzielen können.

Mitgefühl als Teil von Business Entscheidungen
Die Effekte von Business Entscheidungen werden häufig nur im Rahmen der Auswirkungen auf das tatsächliche Geschäft ermittelt. Viele würden aber davon profitieren, wenn man sie aus der Sicht der Betroffenen – sowohl Kunden als auch Mitarbeiter – betrachtet.Vorgesetzte können hier Unterstützung anbieten und Führungskräfte fördern, die dies bereits ansprechen, oder mehr ansprechen sollten.

Training für das kleine bisschen mehr
Während es in den ersten Schritten darum geht Bewusstsein zu schaffen und zu zeigen, dass es Empathie wichtig ist, wird in Kursen das Ganze noch weiter ausgebaut und gefördert.Egal ob Kommunikationstraining, Konfliktmanagement Kurse oder tatsächlich Coaching speziell für Empathie. In allen geht es um ein besseres Miteinander.Unternehmen können ihren Mitarbeitern mehr Möglichkeiten zur Weiterbildung zur Verfügung stellen.

Alles mit Maß und Ziel – auch Empathie
Wir behaupten nicht, dass Empathie das Wundermittel für den Erfolg ist. Viele andere Bausteine sind notwendig, um ein Haus zu bauen. Man sollte es eher als einen sehr wichtigen Bestandteil, wie zum Beispiel Zement sehen, der viele andere Steine zusammenhält und so Stabilität bringt. Empathie fördert ein besseres Miteinander, kann Kosten, zum Beispiel in Form von hohen Recruiting Ausgaben, senken und Performance, sowohl auf Mitarbeiter als auch Vorgesetzten Seite steigern. Es bringt die notwendige Flexibilität, um stärkere Bindungen zueinander aufzubauen und so für mehr Stabilität im Arbeitsalltag zu sorgen. Durch die Veränderungen bei den Bedürfnissen von Mitarbeitern und der stetigen Weiterentwicklung des Marktes ist es unumgänglich sich entsprechend anzupassen, um weiterhin erfolgreich zu bleiben.

Jeder Unternehmer muss flexibel bleiben und für sich herausfinden, wie er am besten die richtige Balance zwischen Empathie und Rationalität findet. Fakt ist allerdings, dass wir in Zukunft nicht darum herumkommen werden, Empathie in unseren Arbeitsalltag zu integrieren und zu praktizieren. Das Miteinander, sowohl Online als auch Offline, prägt unser Leben sowohl privat als auch professionell zu stark um es nicht weiter auszubauen.

Quelle:
Empathy in the Workplace A Tool for Effective Leadership, By: William A. Gentry, Todd J. Weber, and Golnaz Sadri